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Dalacin® T, Emulsion

Pfizer AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Clindamycini phosphas.

Hilfsstoffe

Glycerolum, Natrii laurylsarcosinas, Acidum stearinicum, Glyceroli stearas, Alcohol cetostearilicus, Alcohol isostearilicus, Conserv.: E 218, Aqua purificata.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Emulsion enthält 10 mg Clindamycin als Clindamycinphosphat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Acne vulgaris.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Dalacin T wird zweimal täglich als dünner Film auf die befallenen Stellen aufgetragen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Zur topischen Anwendung von Clindamycin bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor. Falls indiziert, wird für Jugendliche die gleiche Dosierung wie für Erwachsene empfohlen.

Bei Kindern vor der Pubertät besteht keine Indikation für Dalacin T.

Art der Anwendung

Die Emulsion ist vor Gebrauch zu schütteln. Dalacin T Emulsion wird direkt auf die befallenen Hautstellen aufgetragen.

Kontraindikationen

Dalacin T ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Clindamycin oder Lincomycin oder einem der Hilfsstoffe des Arzneimittels sowie bei Patienten mit antibiotika-assoziierter Kolitis in der Vorgeschichte.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie die meisten anderen Antibiotika ist auch oral und parenteral verabreichtes Clindamycin mit schwerer Diarrhoe und pseudomembranöser Colitis in Verbindung gebracht worden. Diarrhoe und Colitis wurden selten mit topisch appliziertem Clindamycin in Zusammenhang gebracht. Dennoch sollte der Arzt an die mögliche Entwicklung einer antibiotika-assoziierten Diarrhoe oder Colitis denken. Tritt eine signifikante oder länger anhaltende Diarrhoe auf, sollte das Arzneimittel abgesetzt und entsprechende diagnostische und therapeutische Massnahmen eingeleitet werden.

Interaktionen

In-vitro wurde ein Antagonismus zwischen Clindamycin und Erythromycin nachgewiesen. Da dies möglicherweise von klinischer Bedeutung ist, sollten die beiden Arzneimittel nicht gleichzeitig angewendet werden.

Clindamycin besitzt neuromuskulär blockierende Eigenschaften, die die Wirkung anderer neuromuskulär blockierender Substanzen verstärken können. Es sollte deshalb bei Patienten, die derartige Substanzen erhalten, nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine adäquaten, kontrollierten Studien an Schwangeren im ersten Schwangerschaftstrimenon vor. Die Befunde klinischer Studien, in welchen Schwangere im zweiten und/oder dritten Trimenon mit Clindamycin behandelt wurden, lieferten keine Hinweise auf eine Schädigung des Foeten. Wird Dalacin T während des zweiten und dritten Trimenons angewendet, wird von einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit für eine Schädigung des Foeten ausgegangen.

Bei der Anwendung von Dalacin T während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Während des ersten Schwangerschaftstrimesters soll das Präparat nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

Stillzeit

Nach systemischer Anwendung wurde Clindamycin in Konzentrationen von bis zu 3.8 µg/ml in der Muttermilch nachgewiesen. Ob Clindamycin auch nach topischer Anwendung – mit geringer systemischer Verfügbarkeit (siehe «Pharmakokinetik») – in die Muttermilch übertritt, ist nicht bekannt.

Clindamycin kann die Darmflora des gestillten Kindes beeinflussen. Nach systemischer Anwendung von Clindamycin bei stillenden Müttern wurde bei den gestillten Säuglingen über unerwünschte Wirkungen wie Diarrhoe, Hämatochezie und Hautausschläge berichtet.

Eine topische Anwendung von Clindamycin in der Stillzeit wird nicht empfohlen, bzw. bei topischer Clindamycin-Behandlung sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es ist jedoch kein Einfluss zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben, welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Dalacin T beobachtet wurden.

Definition der Häufigkeitsangaben: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), nicht bekannt: Häufigkeit kann nicht genau angegeben werden, da auf Spontanmeldungen aus der Post-Marketing-Surveillance beruhend.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Nicht bekannt: Follikulitis.

Augenerkrankungen

Nicht bekannt: Augenschmerzen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Gastrointestinale Störungen (z.B. Nausea, Diarrhoe).

Nicht bekannt: Abdominalschmerzen, pseudomembranöse Kolitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Hautirritationen (34.1%; mit Symptomen wie Brennen, Pruritus oder Peeling), trockene Haut (19.3%), Urtikaria (13.7%).

Häufig: Seborrhoe.

Nicht bekannt: Kontaktdermatitis.

Bei systemischer Anwendung von Clindamycin wurden darüber hinaus die folgenden unerwünschten Wirkungen gemeldet: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich schwerer Hautreaktionen (wie Stevens-Johnson-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Akute Generalisierte Exanthematische Pustulose (AGEP) oder DRESS-Syndrom [Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms]), hämatologische Veränderungen (wie Agranulozytose, Neutropenie, Thrombopenie, Leukopenie, Eosinophilie) sowie Hepatitis und Anomalien der Leberfunktionstests.

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Bisher wurden keine Symptome einer akuten Überdosierung beobachtet. Topisch appliziertes Clindamycin kann in ausreichenden Mengen resorbiert werden, um systemische Wirkungen zu erzeugen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Im Falle einer Überdosierung sind gegebenenfalls allgemeine symptomatische bzw. supportive Massnahmen angezeigt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

D10AF01.

Wirkungsmechanismus

Pharmakodynamik

Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die bakterielle Proteinsynthese inhibiert. Es bindet bevorzugt an die 50S Ribosomen-Untereinheit und beeinträchtigt den Translationsprozess. Die Wirkung ist primär bakteriostatisch und korreliert mit der Zeitspanne, während derer die Wirkstoffkonzentration über der minimalen Hemmkonzentration (MHK) der Erreger liegt. Clindamycinphosphat selbst ist in-vitro nicht aktiv, es wird in-vivo jedoch schnell hydrolysiert und in das antibakteriell wirksame Clindamycin umgewandelt.

In-vitro konnte für Clindamycin eine Aktivität gegenüber Propionibacterium acnes (MHK: 0.03-0.5 mg/l) gezeigt werden.

Topisch appliziertes Clindamycin wird im Talg angereichert und reduziert bzw. eliminiert Propionibacterium acnes in den Talgdrüsen. Dadurch wird die Produktion von freien Fettsäuren reduziert. Dies führt zu einer Reduktion der Zahl der Akne-Läsionen.

Resistenzen

Eine Resistenz von Propionibacterium acnes gegenüber Clindamycin kann durch Mutationen an der rRNA Antibiotika-Bindungsstelle oder durch Methylierung bestimmter Nukleotide in der 23S-RNA der 50S Ribosomen-Untereinheit bedingt sein. In epidemiologischen Studien wurde – je nach Definition des Breakpoint – bei bis zu 15% der Isolate von P. acnes über eine Resistenz gegenüber Clindamycin berichtet.

Eine Kreuzresistenz zwischen Clindamycin und Lincomycin wurde nachgewiesen. Für einige Organismen fand sich in-vitro ausserdem eine Kreuzresistenz gegenüber Makrolid- (z.B. Erythromycin) und Streptogramin-B-Antibiotika.

Klinische Wirksamkeit

Keine Angaben.

Pharmakokinetik

Absorption

Topisch angewandtes Clindamycinphosphat wird nur in geringem Masse durch die Haut resorbiert. Nach mehrmaliger Applikation einer Clindamycin-Lösung wurden nur sehr tiefe Serumspiegel von 0-3 ng/ml gemessen. Clindamycin wird im Talg angereichert.

Distribution

Die Serum-Proteinbindung von Clindamycin beträgt zwischen 60 und 94%.

Metabolismus

Clindamycin wird in der Leber durch CYP3A4/5 extensiv metabolisiert. Die Metaboliten weisen eine sehr unterschiedliche antibakterielle Wirksamkeit auf, wie z.B. N-Demethyl-Clindamycin (pharmakologisch aktiver als Clindamycin) und Clindamycinsulfoxid (weniger aktiv als Clindamycin).

Elimination

Die Ausscheidung von Clindamycin erfolgt zu ca. 2/3 mit den Fäzes und zu ca. 1/3 mit dem Urin. Weniger als 0.2% der topisch applizierten Dosis werden als unverändertes Clindamycin mit dem Urin ausgeschieden. Die Plasma-Halbwertszeit beträgt ca. 3 h.

Präklinische Daten

Mutagenität und Kanzerogenität

Die durchgeführten Tests zur Genotoxizität beinhalteten einen Micronukleus-Test bei Ratten und einen Ames-Test mit Salmonella. Beide Tests waren negativ.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein kanzerogenes Potential wurden nicht durchgeführt.

Fertilitätsstörungen

Fertilitätsuntersuchungen bei Ratten unter oraler Behandlung mit Dosierungen bis zu 300 mg/kg/Tag (entsprechend ungefähr 1.1mal der höchsten für erwachsene Menschen empfohlenen Dosis, basierend auf mg/m2) zeigten keine Effekte auf die Fertilität oder die Paarungsbereitschaft.

Reproduktionstoxizität

In embryo-foetalen Entwicklungsstudien mit oral angewandtem Clindamycin an Ratten bzw. mit subkutan appliziertem Clindamycin an Ratten und Kaninchen, konnte – ausser in Dosen, welche eine maternale Toxizität bedingten – keine Entwicklungstoxizität festgestellt werden. Die Sicherheitsabstände zu klinischen Expositionen waren jedoch sehr gering.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

48006 (Swissmedic).

Packungen

Dalacin T Emulsion 60 ml. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

April 2019.

LLD V016